Camino Francés – Etappe 23

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Jakobsweg Spanien (Camino Francés)
von Rabanal del Camino nach Ponferrada

Ein sehr kleiner Ort ist Foncebadón, dessen Einwohnerzahl in den 1980er Jahren sogar auf Null stand.

Ruinen in Foncebon

Ruinen in Foncebon

Dennoch war er schon sehr lange aufgrund seiner Lage direkt vor dem Übergang über den Monte Irago und dem Puerto de Foncebadón von großer Bedeutung für den Jakobsweg. Hier gibt es zahlreiche mittelalterliche Hospize und die Kirche der heiligen Maria Magdalena . Grund für den plötzlichen Wandel in eine Geisterstadt war die Landflucht Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts.

Leser des Buches „Auf dem Jakobsweg“ von Paulo Coelho kennen diesen Ort vielleicht aus dessen Roman: vor der Kulisse Foncebadóns findet der Kampf des Ich-Erzählers mit einem schwarzen Hund statt, der das Böse symbolisiert. Dank des Jakobswegs ist der Ort allerdings nicht ganz ausgestorben, so bevölkern Pilger, die in der Herberge unterkommen können diese einstige Geisterstadt.

Jakobspilger am Cruz de Ferro

Jakobspilger am Cruz de Ferro

Die Ruinen der Salvador-Kirche kann man dann beim Verlassen des Ortes in Richtung Cruz de Ferro betrachten, bevor man das auf einem Baumstamm montierte Eisenkreuz erreicht.

Das Kreuz steht auf dem höchsten Punkt des spanischen Jakobswegs am Monte Irago auf 1.500 Metern. Der Steinhaufen, in dem das Kreuz steht, wird von Pilgern stetig vergrößert. Über die Herkunft dieses Brauchs gibt es mehrere Geschichten: In den 1950er Jahren soll der jetzige Steinhaufen einfach so aufgeschüttet worden sein, damit der Ort Manjarin besser für Bustouristen erreichbar wurde. Der ursprüngliche Haufen, der eine römischen Gottheit ehrte, befindet sich abseits der Straße. Aber auch die Kelten nutzten Wegkreuze als Kultstätte, sodass es möglicherweise noch mehrere Steinhaufen gegeben haben könnte.

Ein Brauch hat sich jedoch bis heute unter den Pilgern gehalten: Das Ablegen eines mitgebrachten Steins symbolisiert die Sünden, die man hinter sich lässt. Einige Pilger hinterlassen gar persönliche Gegenstände und Briefe an der Stelle.

Hat man sich um seine „Laster“ entledigt, kann es nach Manjarin weitergehen. Auch dieser Ort ist sehr klein und fast verlassen, zumindest ist es eine sehr verfallene Ortschaft. Aber auch schon in der Vergangenheit hat es nie mehr als eine Handvoll Einwohner gegeben. Der Ort, der 1180 erstmals erwähnt wurde, zählte schon 1561 nur vier Haushalte. Einzige heutige Bewohner sind wohl die Betreiber der in den 1990er Jahren gebauten Pilgerherberge, die mit einer Fahne der Tempelritter beflaggt ist.

Ein schönerer Ort ist El Acebo, typisch für die Bergdörfer im oberen Bierzo. Hier gibt es sogar Ferienwohnungen und eine Gaststätte, sowie einen kleinen Laden. Berüchtigt ist die Herberge für ihren schlechten Service, bietet dafür aber sehr gutes Essen. Ein Denkmal am Ortsausgang erinnert an den Unfalltod eines deutschen Fahrradpilgers von 1987. Die steile, kurvenreiche Abfahrt sollte also vorsichtig befahren werden.

Brücke über den Meruelo

Brücke über den Meruelo

In Compludo gibt es eine traditionell wasserbetriebene mittelalterliche Schmiede und im nächsten Ort Riego de Ambros gibt es seit 1990 ein modernes Pilgerhospiz und eine kleine Kirche.

Darauf folgt die Gemeinde Molinaseca, durch die der Río Meruelo fließt. Hier soll es in der Römerzeit ein Rasthaus und eine Pferdewechselstelle gegeben haben, die romanische Brücke über den Meruelo deutet auf die Vergangenheit hin. Ebenfalls sehenswert ist hier die Barock- Kapelle Virgen de las Angustias und die neoklassizistische Pfarrkirche San Nicolás mit einer Statue des heiligen Rochus im Pilgergewand.

Das Etappenziel wird in Ponferrada erreicht, einer endlich wieder größeren Stadt (ca. 66.000 Einwohner).

Die Burg von Ponferrada

Die Burg von Ponferrada

Als wichtigste Sehenswürdigkeit gilt die Burg von Ponferrada aus dem 12. Jahrhundert, die aber im Laufe der Jahre stetig umgebaut wurde. Des Weiteren lohnen sich die im Renaissance-Stil erbaute Basílica de la Encina (1614), der Torre del reloj mit Stadttor, ein Barockgebäude des Kirchenrats, die Kirche Santiago de Peñalba aus dem elften Jahrhundert, Santo Tomas de las Ollas aus dem zehnten Jahrhundert und die romanische Kirche Santa María de Vizbayo in Otero aus dem 11. Jahrhundert und das UNESCO Weltkulturerbe „Las Médulas“ , das sich ganz in der Nähe befindet.

Aber auch der römische Brunnen in Campo, das Eisenbahn-Museum, Radio-Museum und Museum für Kunst und Archäologie sind interessant.

Weiter zur nächsten Etappe.

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