Camino Francés – Etappe 24

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Jakobsweg Spanien (Camino Francés)
von Ponferrada nach Villafranca del Bierzo

Keine halbe Stunde nach dem Start in Ponferrada erreicht man den kleinen Ort Columbrianos. Ob der Ortstname nun mit den vielen Tauben in der Gegend zusammenhängt (auf spanisch heißt Taube „columba“) oder mit der Wiederbesiedlung von Portugiesen aus Coimbra zu tun hat ist strittig, wird aber schliesslich auf die häufig am Jakobsweg vertretenen „Padres Columbinos“ zurückgeführt.

Camponaraya

Weinberge und Jakobsweg bei Camponaraya. Foto: José Martinez

Unstrittig ist jedenfalls, dass Columbrianos ist eine der ältesten Ansiedlungen der Gegend ist (sogar älter als Ponferrada). Zu den sehenswerten Dingen gehören die Iglesia de San Esteban aus dem späten 18. Jahrhundert und die Capilla San Blas, die neben einem schönen Barockrelief der „Jungfrau von der Steineiche“ auch mit Pilgermotiven gestaltet ist. Zwei Herrenhäuser, Casa Tormaleo und Casa Regalao sind ebenfalls einen Blick wert.

Camponaraya heißt der nächste Ort am Jakobsweg. Etwa einen Kilometer südlich kann man den Castro de Camponaraya sehen, ein Zeugnis aus römischen Zeiten. In den folgenden Jahrhunderten war der Ort immer wieder Opfer von Streitigkeiten, Eroberungen und politischen Machenschaften geworden. Von Eroberungen, Rebellionen, Unabhängigkeitskämpfen bis zum Bürgerkrieg unter Franco musste der Ort und das Kloster Carracedo viel erleiden. Für Wanderer sehenswert sind die Gutshäuser Casa de los Marqueses de Quiñones und Casa de la Familia Ucieda sowie das Haus des Klostervorstehers von Carracedo (Casa del Deán del monasterio de Carracedo) und der Uhrenturm (El Reloj).

Weinberge und Landschaft des Bierzos nahe Cacabelos

Weinberge und Landschaft des Bierzos nahe Cacabelos

Es geht weiter nach Cacabelos wo in den Terrassen des Río Cúa einige archäologische Funde gemacht wurden, die aus der Bronze- und Eisenzeit stammen. Aber auch sonst ist die Stadt historisch bedeutsam, wird sogar von Ptolemäus und im Itinerarium Antonini erwähnt. Einst kontrollierten von hier aus die Römer die Ausbeutung der zahlreichen Goldvorkommen. Im örtlichen archäologischen Museum können auch keltische und römische Ausstellungsstücke bestaunt werden.

Jakobskirche Villafranca

Jakobskirche Villafranca mit Gnadenpforte in der Seitenfront. Foto: Javier Cacheda

Interessant sind auch die Kapelle Ermita San Roque mit einer Statue des Heiligen als Pilger und die Kirche Nuestra Señora de la Quinta Angustia aus dem 18. Jahrhundert mit einem Retabel, das den heiligen Antonius beim Kartenspiel mit dem Jesuskind zeigt.

Villafranca del Bierzo schließt die Etappe ab. Der Ort liegt am Fuß der Sierra de Ancares am Zusammenfluss der Flüsse Rio Burbia und Valcarce.

Aufgrund des günstigen Klimas gibt es hier viel Sonne aber auch genügend Regen. Kalte Winde werden von der Bergkette ferngehalten. Somit ist es ein idealer Ort für Obst-, Gemüse- und Weinanbau. Für Pilgerer gab es zeitweise sieben Pilgerherbergen.  Die Jakobskirche, der frühere Jesuitenkonvent San Nicolas und das Geburtshaus des spanischen Dichters Gil y Carrasco in der Calle del Agua 15 sind einen Besuch wert.

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