Moselcamino – Von Bernkastel-Kues bis Trier

Ich bin in der Zeit vom 26.5. – 30.5.2014 mit 15 Pilgerinnen den Weg von Bernkastel bis Trier gewandert. Hier ist ein kleiner Bericht dazu.

1. Tag – Alles toll, alles nass

Heute war unser erster Tag von Bernkastel-Kues nach Osann-Monzel. Die Strecke ist ungefähr 10 km lang und es macht Spaß diesen Weg zu laufen. Das erste Stück bis Lieser geht entlang der Mosel.

Danach geht es bergauf in die Weinberge und der Weg ist eigentlich toll. Das einzige was heute störte waren die sinnflutartigen Regenfälle und das Gewitter. Ich habe mich dazu entschieden weiter zu gehen und so war ich nach wenigen Minuten nicht mehr trocken – zumindest vorne. Nach etwa einer halben Stunde war das Gewitter vorbei und es war wieder ein angenehmes Wetter zum Pilgern.
In unserer sehr guten Pension angekommen, konnte ich dann meinen Tagesrucksack öffnen und ich wollte mir meine Ersatzhose anziehen. Das war aber auch keine Lösung, da das Gewitter auch in den Tagesrucksack gelaufen ist. Dann bleibt halt nur noch die kurze Hose über. Kein Problem, da es im Moment sowieso wieder warm ist. Der Abend war schön und ich bin relativ früh wieder zurück in mein Zimmer gegangen, da ich auch müde bin.

2. Tag – Zum Glück gabs keinen Regen

Ich schalte heute morgen mein Radio an und das erste was ich höre ist eine Unwetterwarnung für den Rhein-Erft-Kreis. Das kann ja super weiter gehen. Na meine Kleidung vom Vortag ist zum Glück wieder trocken und so kann ich ohne Probleme loswandern.

Nach dem Frühstück machen wir dies auch und ich habe mir zur Vorsicht eine kurze Hose angezogen, da sie schnelltrocknend sein soll. Bis Mittag ging alles gut und wir sind trockenen Fusses in Klausen angekommen. Ich hole mir vorher noch den Pilgerstempel im Klausener Dorfladen ab. So langsam kommt Wind auf  und ich bin mal gespannt, ob wir noch nass werden. Nein – Diesmal haben wir echt Glück gehabt und so konnte die Pilgerwanderung weiter gehen. Mittlerweile haben wir auch unsere erste Verletzte. Eine Powerblase an beiden Fersen. Hoffentlich geht alles gut.
Gegen 16:00 Uhr sind wir in Klüsserath angekommen und wir haben unseren ersten vollen Tag geschafft. Ich bin ganz schön stolz auf mich und habe einen Bärenhunger, denoch schlafe ich zuerst wieder einmal in meiner Pension ein. Diese ist zwar diesmal nicht so toll wie gestern, da das WC und die Dusche auf dem Flur ist, aber alles in allem ist es gut .

3. Tag – Gehn und Genießen

Heute sind wir von Klüsserath nach Schweich gegangen. Die Strecke ist ca. 15 km lang und ich hatte das Gefühl, dass wir nur steil bergauf gehen. Zumindest war das auch fast die ersten 7 km so. Mittags waren wir dann am sogenannten Zitronenkrämerkreuz, wo wir unsere Mittagspause machen.

Aber zurück zum Morgen: Ich bin wieder erwarten sehr gut aus dem Bett gekommen und als ich zum Frühstück herunterging wurde ich schon erwartet. Es hat allen und nicht nur mir, gestern Abend sehr gut gefallen. Nach dem Frühstück sind wir zum Ortskern in Klüsserath gegangen und haben die Anderen wieder getroffen. Nachdem wir unsere Pilgerstempel im Infocenter Klüsserath geholt und sind wir endlich losgegangen.
Die Strecke geht wie oben beschrieben bergauf. Mittags gab es dann am Zitronenkrämerkreuz eine länger Pause.
Die Pause war noch nicht vorbei und da die Sonne schien legte ich mich für die restliche Zeit in eine Wiese, beobachtete die Insekten und bin dann für eine halbe Stunde abgetaucht – oder soll ich sagen. Ich bin eingeschlafen. Ja, es war beides. Abrupt wurde ich aus meinem Denken durch ein lautes Norbert – wir gehen weiter geholt und so stand ich auf lachte wieder mit den Anderen.
Am Nachmittag kamen dann die nächsten 8 km. Es gab keine Hinweiszeichen mehr. Wir suchten, aber nichts war da. Entlag von Schaafsherden ging es kreuz und quer und schon balf fanden wir dann doch eine Muschel. Der Weg geht weiter. Auf dem letzten Stück gingen wir nur noch bergab. Wir haben unsere nächste Etappe geschaft und sind alle in Schweich angekommen.
Unser Hotel in Schweich ist gut und ich fühle mich sehr wohl. Nachdem ich zuerst meinen standardmässigen Nachmittagsschlaf gehalten hatte, gab es ein Eis zur Belohnung.
Am Abend hatten wir ein super Restaurant (Wallerath)ausgewählt. Es war alles köstlich.

4. Tag – Bergauf, Bergab – Trier, wir kommen

Es sollte etwas früher losgehen und unser Start war auf 7:30 Uhr festgelegt. Ab 7:00 Uhr sollte es Frühstück geben.

Dann sind wir von Schweich aus nach Trier gegangen. Es war die streckenmässig weiteste Strecke und auch eine sehr Anspruchsvolle, da es immer wieder bergauf und bergab ging. Es war der Moment da, der Moment an dem mich meine Kondition verlassen hatte. Ich kam den Berg nicht mehr weiter hoch. Meine Schritte wurden immer kleiner und der Berg wollte nicht enden. Da ich alleine unterwegs war, konnte ich einfach nur weiter in Ruhe gehen. Kleiner Schritt hinter kleinen Schritt. Endlich war es geschafft. Auf dem Höchsten Punkt sollten wir warten und nach einigen Minuten kamen auch die anderen.
Viele die den Berg hochkamen berichteten darüber, dass sie die gleichen Probleme hatten. Na, dann bin ich ja doch nicht alleine unter Konditionsmängeln den Berg aufgestiegen.
In Trier Ehrang haben wir die Messe gefeiert. Ich hatte mich auf eine Messe gefreut, wie ich sie von zu Hause her kenne, doch leider gab es nur das alte Gotteslob und es wurden nur Lieder gesungen, die keiner von uns kannte.
Nach der Messe gab es die Mittagspause und danach ging es wieder bergauf. Nach der Steigung ging es eine Treppe herunter, die man so eigentlich nicht mehr bezeichnen dürfte. Sie war vollkommen ausgewaschen und es war sehr schwer dort herunter zu gehen.
Nach dem Abstieg hatten wir uns zuerst einen Kaffee verdient. In einer kleinen Kneipe in Trier-Biewer wurden wir zuerst darauf aufmerksam gemacht, dass sie nur 10 Tassen hätten und deshalb nicht alle gleichzeitig bedient werden können. Aber im Großen und Ganzen hat es funktioniert.
Weiter geht es in Richtung Trier. Nur noch „die Brücke“ und schon haben wir unser großes Ziel erreicht. Ich bin stolz, dass ich es bis hierhin geschafft habe.
Wir sollen heute im Josefsstift nächtigen. Es ist ein altes Kloster, das mit einer großen Mauer, die wiederum mit Stacheldraht gesichert ist, umgeben ist. Ich habe das Gefühl, dass es keinem so richtig gefällt. Es gibt in diesem Bereich nur eine Dusche und ein WC auf dem Flur. Man hört die Worte, die in den Nachbarzimmern gesprochen werden, das Wasserplätchern aus der Flurdusche, das Hin- und Herlaufen auf dem Flur. Weiter geht’s zum Abendbrot. Es gab wirklich nur Brot, Aufschnitt und zu wenig Salat und Nachtisch. Jede Jugendherberge in Rheinland Pfalz hat mehr Komfort als diese Unterkunft. Dieses Haus muss man wirklich nicht noch einmal besuchen.

5. Tag – Mein letzter Tag in Trier

So das wars.
Heute gab es das Stadtpilgern in Trier zur St. Matthias Abtei und dann geht es zurück in die Innenstadt, zum Dom und allen Sehenswürdigkeiten, die Trier zu bieten hat. Ein Mittagessen darf natürlich auch nicht fehlen.

Nach dem Frühstück im Josefsstift hatten wir dann auch eine Messe in der Kapelle des Hauses.
Unsere Wanderung entlang der Mosel zur Abtei St. Matthias ist schön. In kürzester Zeit haben wir die Abtei erreicht und konnten in der Krypta einen Tagesimpuls setzen. Zum Abschluss haben wir unsere Pilgerstempel geholt und das obligatorische Gruppenfoto gemacht.
Es ging zurück in die Innenstadt – Mittagessen und Bummel durch die Sehenswürdigkeiten Triers. I