Regenjacke oder Poncho?

.

Auf unserer Facebook-Seite haben über 70 Pilger auf die Frage geantwortet, was sie an einem Regentag bevorzugen: den Poncho oder doch eher eine Regenjacke mit Hose?

Foto von @jordimeia

Foto von @jordimeia, und der Beitrag auf Facebook.

Das gesammelte Pilgerwissen der Antworten, und vor allem die vielen Argumente dafür und dagegen habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

Du siehst schon auf den ersten Blick, dass es gute Gründe für beide Varianten gibt. Auch halten sich die zwei Lager zahlenmäßig fast in Waage, wobei es etwas mehr Pilger gab, die „Poncho“ sagen. Jedoch habe ich hier nur die Argumente gesammelt, also kurze Kommentare wie „Poncho“ oder „Jacke“ nicht aufgenommen.

Foto von Kerli Rebane

Foto von Kerli Rebane

Was bedeutet das für dich?

Erstens bedeutet es, dass du nicht viel falsch machen kannst. Für beides gibt es gute Argumente. Und je gleichwertiger zwei Lösungen sind, desto geringer ist die Möglichkeit einen Fehler zu machen.

Jacken und Ponchos auf dem Jakobsweg. Foto von Martina Corazon

Jacken und Ponchos auf dem Jakobsweg. Foto von Martina Corazon.

Wenn du schnell frierst, und wenn du in einer kühleren Jahreszeit unterwegs bist (oder weit oben auf den Bergen), dann kommt wohl die Regenjacke und eine Hose in Frage.

Wenn du im warmen Regen nicht klatschnass werden willst, dann sind Poncho und kurze Hose eine beliebte Kombination.

Ich selbst bevorzuge übrigens diesen Poncho mit ausklappbarer Rucksack-Hülle und samt kurzer Hosen.

Aber lies die wichtigsten Argumente der Pilger, und entscheide dann einfach selbst.

Argumente für einen Poncho

Foto von Inge Vermeire

Foto von Inge Vermeire

Poncho oder Zelt? Foto von Sebastian Beck

Poncho oder Zelt? Foto von Sebastian Beck

poncho

Roter Poncho und die Sonne im Herzen. Foto von Ulrike Kraenz.

 

sdf

Anja Beep (rechts, der Herr links ist uns namentlich nicht bekannt)

  • Poncho bei starkem Regen. Dazu aber abgezippte Hose, damit nur die Beine nass werden und nicht die Hose. Hatte n tollen Poncho, den ich erst in Ponferrada gekauft habe: den konnte man ganz mit Reißverschluss öffnen wie nen Mantel. Damit konnte ich den gut anlassen, wenn starker Regen und Sonnenschein sich abwechselten, ohne drunter ins Schwitzen zu kommen.
    Für Tage mit nur Wind und/oder wenig Regen fand ich ne (möglichst leichte) Softshelljacke top.
    (Annette Segref)
  • Ganz klar Poncho. Es geht ja nicht nur allein ums Trocken halten sondern ist auch viel einfacher, wenn man mal muss. Und man schwitzt definitiv nicht so stark darunter, weil mehr Luft dazwischen kommt. Gibt man ein paar Euro mehr aus passt der Rucksack einfach darunter und man kann sie auch zwischen den Beinen zusammen knöpfen.
    (Vera Kopf)
  • Poncho, denn da kann man auch den Rucksack drunter verstecken und wenns ganz dicke kommt, kann man in die Hocke gehen und es entsteht sowas wie ein „ImZeltFeeling“ LG
    (Alfred Englert)
  • Mittelalterlicher Pilgerumhang aus Loden – Windfest, wasserfest und trotzdem atmungsaktiv, im Gegensatz zu dem modernen Regenzeug, in dem man trotzdem durchweicht ist, weil man sich totschwitzt…
    (Jay Alexander)
  • Poncho. Alles andere dauert zulange zum an und ausziehen
    (Patrick Büttner)
  • Auf jeden Fall den Poncho. Der ist schnell über Kleidung und Rucksack geworfen und trocknet schneller als Hose und Jacke.
    (Conny Bahmann)
  • Poncho! Den konnte ich bei ein paar Metern Sonnenschein immer hinten auf den Rucksack schmeißen und dann wieder drüber wenn der Regen (wieder und wieder und wieder) kam.
    (Stefan Warnecke)
  • Sonnenschein ist auch meine erste Wahl! dann folgt ein Poncho, der auch über den Rucksack passt.
    (Martina Garbe)
  • Wenn zu erwarten ist, dass es länger stark regnet, natürlich den Poncho. Bei leichtem gelegentlichen Regen Anorak und Rucksack-Hülle.
    (Hans-Georg Göbel)
  • Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass ein Poncho einfach besser geeignet ist.
    (Christian Huy)
  • Ich ganz klar den Poncho…da ist der Rucksack gleich mit drin. Und ich bin mir da immer so schön einsam vorgekommen.
    (Michael Zenhäusern)
  • Definitiv Poncho! Hält gleichzeitig den Rucksack trocken und falls mal keine Herberge frei ist, Poncho abspannen, Isomatte und Schlafsack drunter und fertig ist die Dackelgarage zum schlafen. Als Backup falls es heftig zu regnen beginnt noch einen BiviBag parat legen.
    (Tommy Halt)
  • Poncho und Regenhose :) Keine Jacke, hab es lieber ein wenig länger …
    (Gemeinsam zum Horizont)
  • Auf jeden Fall Poncho. Hat mir und meinem Rucksack gute Dienste geleistet.
    (Anja Wald)
  • Poncho, hällt auch den Rucksack trocken.
    (Günter Ganzevoort)
  • Poncho. Obwohl ich davon Blasen an den Ohren hatte.
    (Carolin Klotz)
  • Poncho, weil Rucksack dann auch trocken. Leider bei Sturm auch Problem.
    (Rosemarie Gebetsroither)
  • Kurze Hose, Poncho!
    (Anja Lucky Lüke)
  • Poncho – auf keinen Fall mehr Regenhose! Mit Regenhose schwitzt man wie verrückt. Ich trage lieber bei Regen kurze Hosen. Da werden zwar die Beine nass, aber die trocknen schnell wieder.
    (Ingrid Mumm)
  • Ich sag auch Poncho. Und zwar am besten einen der mit Rucksackzusatz ist.
    (Monika Tombrink)
  • Poncho…. Keine Frage. War das beste.
    (Cornelia Kahn)
  • Poncho mit Reißverschluss vorne.
    (Andy Müller)

Argumente dazwischen

Sowohl aus auch... Foto von Theresa Lena Weberling

Sowohl als auch… Foto von Theresa Lena Weberling

Poncho mit Regenhose. Foto von Sascha Mader

Poncho mit Regenhose. Foto von Sascha Mader

  • Ich hatte einen Poncho , der Vorteil ist das man so auch den Rucksack trocken hält. Nachteil …. Ich habe unter der Kaputze so geschwitzt das die Haare klatschnass waren und an den Armen der Poncho auf der Haut klebte , das war nicht so toll.
    (Anke van Ohlen)
  • Hitzewelle im Süden. Da braucht man keinen Poncho. Regen im Norden und der Mitte. Da hilft auch die Regenjacke nichts mehr. Also….
    (Amélie von Bernstorff)

Argumente für eine Regenjacke

Foto von Katha Baum

Foto von Katha Baum

Regenjacke und Foto von Theresa Lena Weberling

Regenjacke und Foto von Theresa Lena Weberling

  • Poncho braucht einen Helfer zum anziehen, andererseits kann man es schnell runterziehen, wenn der Regen vorbei ist. Dagegen beeinträchtigt eine gute Regenjacke weniger die Bewegung. Hose? Solange es um die 20 Grad bleibt, für den Regen nur kurze Hose. Haut trocknet schneller als Stoff und das weiterlatschen mit nassen Hosenbeinen (da hilft nicht mal ein langes Poncho wirklich) ist nervig bis schmerzhaft. Also Regenjacke + kurze Hose + Raincover für den Rucksack.
    (Agnes Fromme)

    • Poncho braucht keinen Helfer du musst es nur können
      (Michael Seibold)
  • Softshell bei leichtem Regen, sonst Regenjacke und einfach nur eine gute Trekkinghose, die schnell trocknet. Regenjacke kann ich auch während dem Laufen ohne Absetzen des Rucksacks an- und ausziehen, so kann ich schnell anpassen und muss nicht unnötig lang schwitzen.
    (Floresta Madera de Abedul)
    Und auf die Nachfrage, wie man eine Regenjacke ohne Absetzen des Rucksacks an- und auszieht, antwortete Floresta:
    Ich habe einen gut sitzenden Rucksack mit Hüftgurt – darauf liegt ja eh das Gewicht. Also Regenjacke über Hüftgurt zwischen Rucksack und Rücken durchziehen. Bei mir ist da genug Platz, dass sie nicht stört und da auch erst mal bleiben kann. Wenn benötigt erst mal ein Schulterriemen vom Rucksack runterstreifen, Ärmel anziehen, Riemen wieder rüber und auf der anderen Seite wiederholen. Wenn der Regen nachläßt einfach so wieder ausziehen und dann lass ich die in der Regel da über dem Hüftgurt hängen bis das Wetter sicher besser ist und ich die nächste Pause mache wo ich meinen Rucksack im trockenen abstellen kann, dann wird die Jacke entspannt wieder eingepackt.
  • Ich bevorzuge Regenjacke und Regenhose, ich sehe gerne meine Füße je nach Untergrund. Da die Regencover nicht 100% dicht halten, packe ich alles in ultralight Stuffbags, die wasserdicht sind, gleichzeitig helfen die Stuffbags den Inhalt in Ordnung zu halten. Bis jetzt hat das bei mir prima funktioniert.
    (Thorsten Raulfs)
  • Regenjacke plus Hose ist für mich besser – beim Überziehen des Ponchos über mich samt Rucksack fessele ich mich immer selber, wenn ich keinen anderen Pilger als Hilfesteller habe.
    (Christian Dereser)
  • regenjacke – dünn leicht – auch gut für abends – raincover – 2014 mai 2 wochen regen auf camino frances – alles gut – ist nuuur wasser- in allen variationen- von vorne – hinten- viel – wenig – genieselt- geschüttet…
    (Nic Kunkel)
  • Jacke+Hose. Denn beides ist auch toll und hilfreich bei kaltem Wind und Schnee. Der Poncho hat dagegen nur einen Einsatzbereich.
    (Cindy Noack)
  • Hose, Jacke und Rucksacküberzug… Perfekt.
    (Antje Hecht)
  • Regenjacke und Hose.
    (Joon E. Dočkalson)
  • Nach 17 Tagen regen im April bei 0 Grad in der früh in Portugal : Regenjacke und Regenhose
    (Hannes Schlosser)
  • Wenns nicht kalt ist, lieber kurzärmlig mit nem Shirt zum wechseln, bei kühleren Temperaturen aber lieber die Jacke.
    (Michael Spanel)
  • Hut, Buff, Regenjacke und Funktionshose…..feddich!
    Marc Weislowski
  • Regenhose und Regenjacke sind zu empfehlen.
    (Klaus Peters)

Argumente für einen Trekking-Schirm

Foto und Schirm von Felix Gast

Foto und Schirm von Felix Gast

Foto von Felix Göbel

Foto von Felix Göbel

Foto von Felix Göbel

Foto von Felix Göbel

  • Ganz klar einen Regenschirm und für den Rucksack den Überzieher. Die paar Tropfen, die man trotzdem abbekommt, hält auch ein guter Windstopper ab. Ist auf jeden fall angenehmer, als unter einem Poncho zu schwitzen.
    (Bernd Sienel)
  • So lange es geht nehme ich einen Trekking-Regenschirm, dann kommt die Regenjacke. Die nassen Hosen nehme ich in kauf. Sind eh gleich trocken. So hab ich 2013 drei Wochen Regen auf dem Frances überstanden. Regenschirm wiegt 200 Gramm und ist windsicher.
    (Hubert Neumann)
  • Du kannst ihn auch als Sonnenschutz benutzen.
    (Peter Eich)

Hier noch ein Beispiel dafür, was passiert, wenn man an der falschen Stelle spart:

Frank Hoppe June 16 · Nachdem ich meinen Billigponcho am ersten Tag Starkregen in die Tonne gekloppt habe, kämpfe ich mich mit der oberen Plane, meines Zeltes durch das Dreckswetter. www.wandern-in-und-um-wuppertal.de

Frank Hoppe schreibt zu seinem Bild: „Nachdem ich meinen Billigponcho am ersten Tag Starkregen in die Tonne gekloppt habe, kämpfe ich mich mit der oberen Plane meines Zeltes durch das Dreckswetter.“

Fazit

Fotos von Britta Bandelt und Traudl Bauer

Fotos von Britta Bandelt und Traudl Bauer

Hast du eigene Erfahrungen mit deinem Regenschutz auf dem Jakobsweg? Dann schreibe sie hier in die Kommentare, und ich werde die Liste um deinen Eintrag ergänzen!

(Titelfoto von Christoph Ellinghausen)

  • Maria Hagl

    Ich verwende bei Regen auf dem Jakobsweg einen Trekkingschirm. Den kann man so am Rucksack befestigen, dass man die Hände für die Wanderstöcke frei hat. Der größte Vorteil eines Schirms gegenüber einem Poncho oder einer Regenjacke ist, dass man nicht so schwitzen muss. Der Schirm von Göbel dient auch als Sonnenschirm. Die silberne Farbe reflektiert die Sonne, so dass es nicht so heiß unter dem Schirm wird, wenn die Sonne drauf brennt. Ich laufe mit dem Schirm im Schatten, wenn es heiß ist, und im Trockenen, wenn es regnet.

    • Eckehardt Regreb Les Sid

      Befestigung am Rucksack – wie bitte?
      danke

  • Albert Falke

    Hallo
    Nachdem ich bei meinem ersten Caimino mit einem Poncho bei Regen gelaufen bin ( und fürchterlich darunter geschwitzt habe,) bin ich bei den nächsten Malen mit Regenschirm und Regenhose gegangen. Das war auf jeden Fall besser!