Via de la Plata

Fakten:

  • Geheimtipp unter den Jakobswegen
  • Nur 5 % aller Pilger wählen diesen Weg
  • Über 1.000 Kilometer Länge
  • Ideale Reisezeit: Frühjahr oder Herbst
  • Reisedauer: Mindestens 6 Wochen

Vielleicht bist du auf der Suche nach einer Alternative zum bekannten Camino Francés. Entweder, weil er dir zu überlaufen ist, zu kommerziell oder vielleicht auch, weil du ihn schlicht schon gelaufen bist und dich das Pilger-Fieber gepackt hat und du noch mehr möchtest.

In jedem dieser Fälle stolperst du bei deiner Recherche womöglich über die Via de la Plata, über jenen Jakobsweg, der noch als Geheimtipp gilt.

Die Via de la Plata ist in vielerlei Hinsicht anders als der populäre Camino Francés. Sie startet ganz im Süden Spaniens, in Sevilla, und ist mit einer Länge von über 1.000 Kilometern der längste der bekannten Jakobswege.

Wer die Via de la Plata wählt, macht dies, weil er häufig hofft, auf diesem Weg noch die ursprünglichen Pilger-Qualitäten vorzufinden: Ruhe und Zeit für Innenkehr, wenige Pilger und wenig Kommerz, viel Natur und wenig Ablenkung vom Wesentlichen.

Aus diesem Grund sieht man auf der Via de la Plata viele erfahrene Pilger, die die oben genannten Werte auf dem bekannten Camino Francés oftmals vermissen. Doch es gibt noch einen Grund: Die Distanzen von Herberge zu Herberge sind auf der Via de la Plata häufig um ein Vielfaches länger als auf anderen Wegen. Tagesdistanzen von 35 Kilometern sind auf der Via de la Plata keine totale Seltenheit. Für Pilgeranfänger ist das oft ein Hindernis, denn nicht jeder traut sich – verständlicherweise – bei seinem ersten Camino solche Etappen vor.

Zwar sind die Etappen auf der Via de la Plata weitestgehend flach und stellen dem Pilger nur wenige Berge „in den Weg“. Doch dafür gibt es neben der teils großen Etappenlänge noch eine weitere Herausforderung: Das Klima. Da die Via de la Plata im südspanischen Sevilla beginnt, muss man sich hier im Sommer auf Temperaturen von 40 Grad oder mehr im Schatten gefasst machen.

Als Reisezeit ist der Sommer daher nicht zu empfehlen, zumindest nicht für den, der den ganzen Weg laufen mag. Frühling oder Herbst bieten sich hier an, und sogar der Winter. Denn im Süden ist der Winter bekanntlich milde und es gibt selten Frost. Die vielleicht beste Jahreszeit für die Via de la Plata ist der Frühling, wenn alles in Blüte steht.

Was diesen Weg vor allen Dingen ausmacht, ist die große Weite am Horizont, die Pilger begeistert. Auch wenn es hier und da an Baustellen vorbeigeht, so gibt die weitestgehend ursprünglich erhaltene Natur dem Pilger einiges zurück. Hinzukommen Städte wie Sevilla, Salamanca, Merida und Astorga, die definitiv einen Blick und Besuch wert sind.

Nur 5 % aller Pilger wählen die Via de la Plata aus. Das ist sehr wenig vergleichen mit dem hochfrequentierten Camino Francés. Wenn der Pilgertrend anhält und die Zahlen der Pilger weiter steigen, ist jedoch damit zu rechnen, dass auch die Via de la Plata als Alternative weiter an Beliebtheit gewinnen wird.

Zur Vorbereitung und für unterwegs empfehlen wir den Outdoor-Führer „Via de la Plata“.

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