Der Fränkische Jakobsweg von Erfurt nach Uffenheim ist ein abwechslungsreicher Pilgerweg durch die Mitte Deutschlands, der dich auf historischen Pfaden von Thüringen bis ins fränkische Bayern führt. Vom imposanten Erfurter Dom aus zweigt diese Route vom Ökumenischen Pilgerweg ab und führt über den Thüringer Wald in die kulturell reichen Städte Coburg und Bamberg in Oberfranken. Schließlich erreichst du Uffenheim in Mittelfranken, wo der Weg auf den fränkisch-schwäbischen Jakobsweg trifft, der weiter Richtung Rothenburg ob der Tauber führt. Dich erwarten auf diesem mitteldeutschen Jakobsweg eine einzigartige Mischung aus waldreicher Natur, geschichtsträchtigen Orten und gelebter Spiritualität.
Als Teil des europäischen Jakobswegenetzes folgt der Pilgerweg in Thüringen zunächst dem „Weg der starken Frauen“ bis Paulinzella. Über alte Handelsrouten – darunter Abschnitte des Rennsteigs – überquert er den Kamm des Thüringer Waldes und taucht ein in die einsamen Höhen und Täler dieser legendären Mittelgebirgslandschaft. Weiter südlich in Franken berührt der Weg die sehenswerten Residenzstädte Coburg und Bamberg, bevor er durch die stillen Wälder des Steigerwalds nach Uffenheim führt. Mit seiner Mischung aus natürlicher Schönheit und kulturellen Höhepunkten ist dieser Jakobsweg in Thüringen und Franken eine attraktive Alternative zu bekannteren Routen und ideal für alle, die das Pilgern in Mitteldeutschland und Franken erleben möchten.
- Start: Erfurt – Dom St. Marien
- Ziel: Uffenheim – Spitalkirche St. Jakob
- Distanz: ca. 297 km
- Anstieg: ca. 5.060 m
- Abstieg: ca. 4.930 m
- Höchster Punkt: ~800 m (Rennsteig, Thüringer Wald)
- Niedrigster Punkt: ~180 m (Erfurter Gera-Niederung)
- Dauer: 12–13 Tage
- Schwierigkeit: Mittelschwer – einige Anstiege erfordern Kondition, aber mit guter Vorbereitung auch für motivierte Einsteiger machbar
- Beste Reisezeit: Mai bis Oktober (besonders schön: Mai/Juni sowie September mit Herbstbeginn)
Inhalte
Etappenübersicht
Der Fränkische Jakobsweg gliedert sich in 12 gut machbare Tagesetappen:
Etappe 1: Erfurt – Arnstadt (24,0 km)
Start an der imposanten Domkirche St. Marien in Erfurt. Der Weg führt zunächst entlang der Gera durch Vororte wie Hochheim und Bischleben. In Molsdorf lohnt ein Blick auf das barocke Schloss und die Dorfkirche. Über Ichtershausen gelangst du in die historische Bachstadt Arnstadt, wo Johann Sebastian Bach einst als Organist wirkte und die malerische Altstadt mit Fachwerkhäusern zum Verweilen einlädt.
Etappe 2: Arnstadt – Stadtilm (18,0 km)
Diese kurze Etappe folgt dem Lutherweg nach Dornheim, wo die kleine Kirche St. Bartholomäus als Bachs Traukirche bekannt ist. Weiter geht es durch sanftes Hügelland nach Süden. Du überquerst die Talauen der Wipfra und erreichst am Fluss Ilm die Kleinstadt Stadtilm. Der Marktplatz und die Stadtkirche St. Marien zeugen von der mittelalterlichen Vergangenheit dieses Ortes.
Etappe 3: Stadtilm – Paulinzella (12,0 km)
Nun beginnt der Anstieg in Richtung Thüringer Wald. Durch Wälder und Wiesen geht es über kleine Dörfer wie Singen hinauf zur Klosterruine Paulinzella, die einsam im Wald liegt. Die gewaltigen romanischen Mauerreste der ehemaligen Abtei aus dem 12. Jahrhundert schaffen eine besondere Atmosphäre und markieren einen spirituellen Höhepunkt auf dem Weg.
Etappe 4: Paulinzella – Großbreitenbach (20,0 km)
Durch dichte Wälder und entlang plätschernder Bäche führt der Weg weiter bergan. Du folgst teils dem historischen Amts- und Apothekenweg und triffst auf den Kammweg Rennsteig – hier oben eröffnen sich weite Ausblicke über den Thüringer Wald. In Großbreitenbach, einem typischen Höhenort, findest du Gastlichkeit und kannst die regionale Kräuterlikör-Tradition kennenlernen.
Etappe 5: Großbreitenbach – Masserberg (15,0 km)
Eine kürzere, aber panoramareiche Etappe entlang des Rennsteigs. Du wanderst durch Fichten- und Buchenwälder, vorbei an Bergwiesen, und erreichst den Kurort Masserberg. Auf rund 780 m Höhe gelegen, ist dies einer der höchsten Punkte der Route. Masserberg bietet eine Therme und einen bekannten Aussichtsturm – ideal, um Beine und Seele baumeln zu lassen.
Etappe 6: Masserberg – Eisfeld (18,0 km)
Von den Höhen des Thüringer Waldes steigst du nun hinab Richtung Bayern. Der Weg führt nahe am Bleßberg (868 m) vorbei, dem höchsten Berg der Umgebung, und bietet beeindruckende Fernsichten. Durch dichte Wälder und stille Täler gelangst du ins fränkische Vogtland. Bei Eisfeld überschreitest du die Landesgrenze nach Bayern und kommst ins Werratal. In der Kleinstadt Eisfeld mit ihrem Schloss kannst du erstmals fränkische Luft schnuppern.
Etappe 7: Eisfeld – Coburg (23,0 km)
Durch welliges Hügelland im Itztal pilgerst du südwärts. Kleine Dörfer und Felder prägen das Bild, bis am Horizont die Veste Coburg auftaucht. Die Route führt dich direkt in die ehemals herzogliche Residenzstadt Coburg. Über der Altstadt thront die Veste Coburg, eine der größten Burganlagen Deutschlands. Ein Bummel durch Coburgs historische Innenstadt mit dem Marktplatz und der Stadtkirche St. Moriz lohnt sich, bevor du weiterziehst.
Etappe 8: Coburg – Bad Staffelstein (27,0 km)
Diese längere Etappe verbindet Oberfrankens Kulturlandschaften. Du folgst alten Wegen in Richtung Lichtenfels und erreichst das Maintal. In Bad Staffelstein erwartet dich oberhalb der Stadt die berühmte Basilika Vierzehnheiligen, ein barockes Juwel und wichtiger Wallfahrtsort. Gegenüber auf einem Hügel liegt Kloster Banz mit seinen markanten Türmen. Der Abstieg ins idyllische Bad Staffelstein bietet Entspannung in der Obermain-Therme oder ein kühles Bier im Biergarten.
Etappe 9: Bad Staffelstein – Bamberg (25,0 km)
Am Main entlang geht es durch fruchtbare Auen und beschauliche Ortschaften wie Ebensfeld und Ebing. Du näherst dich der Weltkulturerbestadt Bamberg, erkennbar an den Domtürmen und dem Alten Rathaus inmitten der Regnitz. In Bamberg endet dieser Abschnitt des Pilgerwegs an der Jakobskirche, wo der Steigerwälder Jakobsweg beginnt. Die Stadt selbst verzaubert mit ihrem mittelalterlichen Altstadtensemble, engen Gassen und zahlreichen Brauereien.
Etappe 10: Bamberg – Schlüsselfeld (27,0 km)
Ab Bamberg folgst du der gelben Muschel auf blauem Grund auf dem Steigerwälder Jakobsweg Richtung Westen. Zunächst durchquerst du die Vororte (etwa Wildensorg mit schönem Blick zurück auf Bamberg) und wanderst dann durch das flache Tal der Aurach. Über Pettstadt und den Steinbachwald erreichst du die Ausläufer des Naturparks Steigerwald. Die Etappe endet in Schlüsselfeld, einer kleinen fränkischen Stadt mit Fachwerkhäusern und Resten der alten Stadtmauer.
Etappe 11: Schlüsselfeld – Scheinfeld (22,5 km)
Durch sanfte Hügel und ausgedehnte Laubwälder setzt du deinen Weg quer durch den Steigerwald fort. Die Stille des Waldes, unterbrochen vom Ruf der Greifvögel, begleitet dich auf diesem Abschnitt. Kurz vor Scheinfeld lichtet sich der Wald: Auf einem Hügel grüßt Schloss Schwarzenberg. In Scheinfeld selbst laden der Marktplatz und die imposante Stadtkirche zur Erkundung ein, bevor du neue Kraft für die Schlussetappe sammelst.
Etappe 12: Scheinfeld – Uffenheim (26,5 km)
Die letzte Etappe führt dich aus dem Wald heraus in die weiten Felder und Weinbergslandschaften Unterfrankens. Du passierst kleine Winzerdörfer und genießt Ausblicke bis zu den Höhen des Steigerwalds im Rücken. Schließlich erreichst du Uffenheim, eine fränkische Kleinstadt, deren Stadttor und historische Gebäude auf die Markgrafenzeit zurückgehen. An der Spitalkirche St. Jakob in Uffenheim hast du dein Ziel erreicht. Hier trifft dein Weg auf den fränkisch-schwäbischen Jakobsweg, der weiter nach Rothenburg ob der Tauber führt – vielleicht dein nächstes Pilgerziel?
Interaktive Karte & GPS-Download
Der Fränkische Jakobsweg ist durchgehend mit der gelben Jakobsmuschel auf blauem Grund markiert. In Thüringen begleitet dich bis Paulinzella zusätzlich das Symbol des Lutherwegs. Die geschlossene Seite der Muschel zeigt immer die Pilgerrichtung an. In Orten sind die Zeichen mitunter dezent – achte auf gemalte Muscheln an Hauswänden, Bäumen oder kleine Wegweiser. Hier findest du eine interaktive Karte des Fränkischen Jakobswegs (Erfurt–Uffenheim) mit detailliertem Streckenverlauf und Höhenprofil. Für die Offline-Navigation kannst du dort auch den GPS-Track herunterladen.
Unterkünfte & Verpflegung
Die Unterkunftssituation auf dem Jakobsweg Erfurt–Uffenheim ist vielfältig und erfordert vorausschauende Planung. In der Großstadt Erfurt kannst du zwischen Pilgerherbergen wie der traditionsreichen Georgenburse (einfache Herberge auf Spendenbasis) und komfortablen Hotels wählen. Preise reichen hier von etwa 30 € in Hostel/Pension bis 80 € und mehr in Hotels der Mittelklasse. In kleineren Orten Thüringens – etwa Arnstadt oder Großbreitenbach – erwarten dich familiäre Pensionen und Gasthöfe (ca. 25–50 € pro Nacht). Da die Dörfer im Thüringer Wald teils dünn besiedelt sind, ist es ratsam, Übernachtungen im Voraus telefonisch zu reservieren. Coburg und Bamberg als touristische Städte bieten zahlreiche Hotels, Gästehäuser und sogar Pilgerzimmer in kirchlicher Trägerschaft. In Coburg liegen die Übernachtungspreise etwa bei 40–70 € für Pensionen und bis 100 € in zentralen Hotels. Bamberg lockt mit einer großen Auswahl von Pilgerherbergen über Ferienwohnungen bis hin zu Hotels (ca. 35–90 €). Auf den Etappen im Steigerwald (Bamberg–Uffenheim) ist die Infrastruktur ländlich: In Schlüsselfeld und Scheinfeld gibt es Gasthöfe und kleine Hotels (30–60 €). Uffenheim als Zielort hält ebenfalls Gasthäuser bereit – hier solltest du mit 30–50 € rechnen. Kirchliche Gemeindehäuser entlang der Route öffnen Pilgern mit Credencial manchmal ihre Türen (häufig gegen Spende oder geringe Pauschale), doch eine Voranmeldung ist nötig. Insgesamt gilt: je weiter abseits der Ballungszentren, desto wichtiger ist es, sich früh um eine Schlafgelegenheit zu kümmern.
Die Verpflegung unterwegs spiegelt die kulinarische Vielfalt Thüringens und Frankens wider. In Thüringen kommst du an einer Pilgerklassiker-Stärkung kaum vorbei: der original Thüringer Rostbratwurst, frisch vom Holzkohlegrill, oft direkt an Straßenständen erhältlich. Auch die berühmten Thüringer Klöße (Kartoffelklöße) mit Braten und Rotkraut sind ein herzhaftes Gericht, das nach einem langen Wandertag neue Energie gibt. In Franken erwarten dich deftige Spezialitäten wie Schäufele (knusprig gebratene Schweineschulter) und Aischgründer Karpfen – letzterer besonders in Wirtshäusern rund um den Aischgrund zwischen Neustadt/Aisch und Uffenheim beliebt. Bamberg ist berühmt für sein Rauchbier, das dunkle Malzaroma passt perfekt zu einem zünftigen Brotzeitteller mit Hausmacher-Wurst und reifen Blaue Zipfel (im Essigsud gegarte Bratwürste). Einkaufsmöglichkeiten findest du vor allem in den Städten und größeren Orten: Erfurt und Coburg haben Supermärkte in Zentrumsnähe, Arnstadt, Eisfeld, Bad Staffelstein und Bamberg ebenso. In kleinen Dörfern entlang der Strecke gibt es oft nur einen Bäcker oder Dorfladen – plane daher Snacks und Wasser im Rucksack ein, besonders für lange Waldetappen ohne Einkehr. Viele der Gasthöfe und Brauereigaststätten am Wegesrand bieten preiswerte Tagesgerichte und Pilgermenüs an. Tipp: Probiere in Franken unbedingt ein Glas Silvaner-Wein oder Federweißen (je nach Saison) – du pilgerst hier durch eine der klassischen Weinregionen Deutschlands, und eine solche Pause in einem Heckenwirtschaft-Weingarten kann zu den schönsten Erinnerungen deiner Pilgerreise gehören.
Sehenswürdigkeiten entlang des Weges
Kirchen & Spirituelle Orte
- Dom St. Marien Erfurt – Wahrzeichen Erfurts und größte Kirche Thüringens, mit der berühmten Gloriosa-Glocke und prächtigen gotischen Chorfenstern.
- Klosterruine Paulinzella – Monumentale Ruine einer romanischen Abteikirche im Wald, ein Ort der Ruhe und geistlichen Inspiration.
- Basilika Vierzehnheiligen (Bad Staffelstein) – Prächtige Wallfahrtskirche der 14 Nothelfer, ein barockes Meisterwerk von Balthasar Neumann, das Pilger aus aller Welt anzieht.
- Jakobskirche Bamberg – Schlichte Pilgerkirche aus dem 14. Jh. nahe der Regnitz, offizieller Startpunkt des Steigerwälder Jakobswegs Richtung Rothenburg.
- Stadtkirche St. Johannis Uffenheim – Historische Kirche im Zielort, wo Pilger ihren letzten Stempel erhalten und dankbar auf den zurückgelegten Weg blicken können.
Kultur & Geschichte
- Veste Coburg – Mittelalterliche Festungsanlage über Coburg, eine der größten Burganlagen Deutschlands. Martin Luther verbrachte hier 1530 mehrere Monate und übersetzte Teile der Bibel.
- Altstadt Bamberg – UNESCO-Weltkulturerbe mit dem Bamberger Dom, dem Alten Rathaus malerisch in der Regnitz und engen Gassen voller Fachwerk. Ein lebendiges Freilichtmuseum der Geschichte.
- Bachstadt Arnstadt – Älteste Stadt Thüringens mit liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern. Johann Sebastian Bach wirkte hier (1703–1707); ein Museum und die Bachkirche zeugen von seinem Erbe.
- Kloster Banz – Ehemaliges Benediktinerkloster bei Bad Staffelstein mit barocker Klosterkirche. Heute eine Tagungsstätte, bietet es vom Klosterberg einen fantastischen Blick ins Maintal.
- Schloss Schwarzenberg (Scheinfeld) – Stattliche Renaissance-Schlossanlage über der Stadt Scheinfeld. Zwar in Privatbesitz und nicht zu besichtigen, aber schon der äußere Anblick auf dem Hügel ist imposant.
Natur & Landschaft
- Thüringer Wald – Weitläufiges Mittelgebirge mit dichten Wäldern, klaren Bergbächen und stillen Tälern. Du überquerst diesen „grünen Rücken“ Deutschlands und erlebst die reine Waldwildnis hautnah.
- Rennsteig-Panorama – Der legendäre Höhenweg Rennsteig beschert dir grandiose Ausblicke, z.B. vom Aussichtsturm auf dem Eselsberg oder vom Bleßberghang – bei guter Sicht bis in die Rhön und Fränkische Schweiz.
- Steigerwald – Ein von Weinbergen gesäumtes Waldgebiet in Franken. Einsame Forstwege, naturbelassene Buchenwälder und schattige Pfade machen diesen Abschnitt zu einem besinnlichen Erlebnis in der „grünen Lunge“ Frankens.
- Maintal bei Bad Staffelstein – Idyllische Flusslandschaft mit Auen und Hügeln. Hier fließen Kultur und Natur zusammen: Über den weiten Wiesen thronen Basilika Vierzehnheiligen und Kloster Banz, während du am Flussufer entlangpilgerst und die Vogelwelt beobachten kannst.
Vorbereitung & Packliste
- Training: Die Vorbereitung auf den Fränkischen Jakobsweg sollte etwa 6–8 Wochen vor Start beginnen. Trotz gemäßigter Höhen liegen rund 300 km Fußmarsch vor dir – tägliche Etappen bis 25 km in teils bergigem Gelände sind nicht zu unterschätzen. Gewöhne deinen Körper langsam an längere Strecken: Beginne mit 5–10 km Spaziergängen und steigere wöchentlich. Baue nach und nach auch Steigungen ein (Treppen, Hügel), um dich auf die Anstiege im Thüringer Wald vorzubereiten. Ideal ist es, ein- bis zweimal die Woche mit dem bereits geplanten Pilgerrucksack (gepackt mit ~8–10 kg) zu trainieren – so lernst du, mit zusätzlichem Gewicht über Stunden zu laufen. Da der Untergrund variiert (Asphalt in Ortschaften, Waldwege, wurzelige Pfade, Kopfsteinpflaster in Altstädten), hilft es, verschiedene Terrain-Typen zu üben. Besonders wichtig: Laufe deine Wanderschuhe gut ein – mindestens 100 km sollten die Schuhe vor Pilgerstart schon hinter sich haben, um Blasen vorzubeugen. Wenn möglich, plane auch mal einen „Probe-Pilgertag“ mit 20 km am Stück, um dein Tempo und Pausenrhythmus kennenzulernen.
- Ausrüstung: Die richtige Ausrüstung ist das A und O für dieses Pilgerabenteuer. Herzkstück sind stabile, gut eingelaufene Wanderschuhe mit gutem Profil – aufgrund möglicher Regenfälle am besten wasserfest. Ein bequemer Tourenrucksack (30–40 Liter) bietet genug Platz für alles Nötige, ohne dich übermäßig zu belasten. Packe nach dem Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten Kleidung, die du je nach Wetter kombinieren kannst. Ein leichter Fleece und eine Softshelljacke sind vielseitig, dazu Funktionsshirts und Wanderhosen mit abnehmbaren Beinen für wechselnde Temperaturen. Regenschutz ist unerlässlich: Eine wasserdichte Regenjacke, Regenhose und ein Rucksacküberzug sollten immer griffbereit sein – gerade im Thüringer Wald können plötzliche Schauer auftreten. Für Übernachtungen in einfachen Herbergen oder Gemeindehäusern empfiehlt sich ein dünner Schlafsack oder Seideninlett, da oft nur Matratzen bereitliegen. Ein gut bestücktes Erste-Hilfe-Set gehört ins Gepäck (inklusive Blasenpflaster, Desinfektion, Schmerzgel). Ebenfalls wichtig: eine wiederbefüllbare Wasserflasche (mind. 1 Liter), da auf langen Waldetappen keine regelmäßigen Versorgungsmöglichkeiten bestehen. Im Sommer nicht vergessen: Sonnencreme und Kopfbedeckung für die offenen Abschnitte, sowie Mückenschutz – besonders entlang von Flüssen und im dichten Wald können Mücken und Zecken lästig werden. Last but not least: Da in manchen kleinen Orten kein Geldautomat oder Kartenzahlung verfügbar ist, solltest du immer ausreichend Bargeld für ein bis zwei Tage dabeihaben.
- Pilgerpass: Der Pilgerausweis ist dein wichtigstes Dokument auf dem Jakobsweg. Mit dem Pilgerpass weist du dich in Herbergen als Pilger aus. Hier kannst du den offiziellen Pilgerpass kaufen, der für alle Jakobswege gültig ist. Er enthält Seiten für Stempel, die du unterwegs in Kirchen, Klöstern, Herbergen, Tourist-Infos und manchmal sogar Gasthäusern sammeln kannst. Diese Stempel dokumentieren deinen Wegverlauf und werden schnell zu liebgewonnenen Erinnerungen an die einzelnen Stationen. Außerdem öffnen sie dir die Türen zu speziellen Pilgerunterkünften und Vergünstigungen. Am Ende deiner Reise in Uffenheim kannst du dir zum Abschluss in der örtlichen Kirche oder beim Pfarramt einen letzten Stempel geben lassen – ein symbolischer Moment, der deine erfolgreiche Pilgerschaft besiegelt. Bewahre deinen Pilgerpass gut auf, denn er wird zu einem persönlichen Tagebuch deiner spirituellen Reise durch Thüringen und Franken.
An- & Abreise
Anreise nach Erfurt
- Bahn: Erfurt ist ICE-Knotenpunkt – z.B. ab Berlin Hbf ca. 2 Stunden, ab Frankfurt (Main) ca. 2,5 Stunden direkt. Auch aus München, Köln oder Hamburg gibt es direkte ICE-Verbindungen nach Erfurt. Vom Erfurter Hauptbahnhof gelangst du zu Fuß oder per Straßenbahn in wenigen Minuten in die Altstadt und zum Dom (Startpunkt).
- Auto: Über die A4 (Ausfahrt Erfurt-Ost/West) oder A71 ist Erfurt gut erreichbar. Parkmöglichkeiten gibt es z.B. im Parkhaus Domplatz oder am Hauptbahnhof (Langzeitparkplätze). Beachte, dass die Innenstadt eine Umweltzone ist.
- Bus: Fernbusse (FlixBus und andere) verbinden Erfurt mit vielen deutschen Städten (Haltestelle am Busbahnhof neben dem Hbf). Von dort sind es ca. 10 Minuten Fußweg zum Dom. Auch regionale Busse aus Thüringen und Hessen verkehren nach Erfurt.
Abreise von Uffenheim
- Bahn: Uffenheim liegt an der Bahnstrecke Würzburg–Ansbach. Im Stundentakt fahren Regionalbahnen z.B. nach Würzburg (ca. 40 Minuten) und Ansbach (ca. 30 Minuten). In Würzburg sowie Ansbach bestehen ICE/IC-Anschlüsse in alle Richtungen. Wer nach Nürnberg will, fährt über Ansbach (Gesamtzeit ~1 Stunde). Tipp: Rothenburg ob der Tauber (ca. 27 km weiter südlich auf dem Jakobsweg) hat ebenfalls Bahnanschluss – Pilger, die bis dorthin weitergehen, können von Rothenburg aus bequem mit dem Zug abreisen.
- Auto: Uffenheim ist über die Bundesstraße 13 erreichbar und nur ~8 km von der Autobahn A7 (Ausfahrt Gollhofen/Uffenheim) entfernt. In Uffenheim selbst gibt es kostenlose Parkplätze in Innenstadtnähe (z.B. am Festplatz), falls man sich abholen lässt oder ein Auto dort abstellen möchte.
- Bus: Regionale Buslinien verbinden Uffenheim mit umliegenden Städten wie Bad Windsheim oder Neustadt/Aisch. Fernbusse halten nicht direkt in Uffenheim – hierfür reist man am besten per Bahn nach Würzburg oder Nürnberg und steigt dort in den Fernbus um.
Nützliche Links
- Packliste für den Fränkischen Jakobsweg – Checkliste für deine Ausrüstung
- GPS-Track Fränkischer Jakobsweg – Offizielle GPX-Datei zum Download für deine Navigation unterwegs