Brandenburger Jakobweg

Brandenburger Jakobsweg

Von Berlin nach Tangermünde

Der Brandenburgische Jakobsweg von Berlin nach Tangermünde war bereits im Mittelalter ein wichtiger Pilgerpfad. Heute ist er eine spannende Alternative zu den Jakobswegen im fernen Spanien. Auf historischen Pfaden pilgerst du durch Brandenburg nach Sachsen-Anhalt. Dabei wanderst du meist auf einsamen Wegen durch die flache Brandenburger Landschaft, durch verschlafene Dörfer und historische Kleinstädte. 

Karte des Brandenburger Jakobsweges

Etappen des Brandenburger Jakobsweges

Etappen Baltisch-Mitteldeutscher
Jakobsweg
  
1. EtappeBerlin - Linum33 km
2. EtappeLinum - Protzen19 km
3. EtappeProtzen – Wusterhausen25 km
4. EtappeWusterhausen - Görike30 km
5. EtappeGörike – Bad Wilsnack22 km
6. EtappeBad Wilsnack - Havelberg24 km
7. EtappeHavelberg-Hohenberg – Krusemark33 km
8. EtappeHohenberg-Krusemark – Tangermünde27 km

 1. Etappe Berlin – Linum 33 km

Dein Pilgerweg startet am Alexanderplatz. Auf der meist lauten Route kommst du an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei jedoch empfehlen wir dir mit der S-Bahn nach Heiligensee zu fahren und den Weg am Rande des Krämers zu beginnen. Von hier aus wanderst du durch Henningsdorf, streifst Bötzow und gelangst unmittelbar in das ländliche Brandenburg.

In Bötzow wandest du an der Nikolaikirche vorbei, Anschließend gelangst du in den Krämer Wald, ein beliebtes Naherholungsgebiet. Von hier aus gehst du auf einem Wanderweg durch den Krämer Wald. Im Weiteren überquerst du zweimal die Autobahn, bevor du die Flatow erreichst. Kurz dahinter erreichst du nun das Luchgebiet, ehemals zusammenhängende Moore, die vom „Alten Fritz“ teilweise entwässert wurden, teilweise aber noch in ursprünglicher Form erhalten sind. Das Kremmener Luch ist das älteste Naturschutzgebiet Deutschlands und heute noch bevölkert von Kranichen, Reihern, Fischadlern, Bibern, Ottern und Rotwild, letzteres in großer Zahl. Bekannt ist vor allem die große Zahl jährlich hier brütender Storchenpaare, die Linum den Beinamen „Storchendorf“ einbrachten. Das Wahrzeichen des Dorfes ist die neogotische Backsteinkirche. 

 2.Etappe Linum – Protzen 19 km

Heute pilgerst du von Linum aus, an Fischteichen vorbei und entlang des Breyter Grabens in Richtung Hakenberg. Hier triffst du auf die Siegessäule, die an die Schlacht von Fehrbellin im Jahre 1675 erinnern soll.

Weiter gehst du über den Treidelweg entlang des Breyter Grabens sowie den Fehrbelliner Kanals über Tarmow nach Fehrbellin. In Fehrbellin wanderst du auf Feldwegen durch die Luchlandschaft über die Lenzker Mühle nach Protzen. Hier lohnt sich der Besuch der Feldsteinkirche. Zudem findst du in Protzen das Stammhaus der Familie von Kleist, ein barockes Gutshaus, das heute als Museum dient.

3 Etappe Protzen – Wusterhausen 25 km

Hinter Protzen wanderst du über die Dorfstraße durch die offene Landschaft nach Manker. In der dortigen Dorfkirche wird eine Abbildung des Schweißtuches der Heiligen Veronika aufbewahrt. Weiter gehst du nach Garz. Das dortige Rittergut ist eine der ältesten Gutsanlagen im Land Brandenburg.

Danach überquerst du die Tremitz und gehst durch die weite, offene Fläche über Feldwege oder mit Kopfsteinen gepflasterte Sträßchen nach Barsikow und Metzelthin. In den beiden örtlichen Kirchen findest du auf den Glocken Pilgerzeichen, die an die historie des Weges erinnern. Wusterhausen ist eine erstmals im 13. Jahrhundert erwähnte Stadt, die als Hafenstadt einst vornehmlich die Rolle des Umschlagsplatzes für den Salzhandel über die Elbe aus Lüneburg einnahm. Hier bietet sich noch ein Rundgang durch den historischen Stadtkern und eine Besichtgung der St. Peter und Paul-Kirche an.

4.Etappe Wusterhausen – Görike 30 km

Nördlich von Wusterhausen liegt der Klempowsee. An dessen Ufer pilgerst du unter Pappeln entlang, bis du links durch die Waldkolonie Kyritz erreichst. In der im Mittelalter entstandenen Stadt kannst du das Franziskanerklosters und die Marienkirche besichtigen.

Über die Weiler Rehfeld, Berlitt und Barenthin gelangst du durch Felder und recht kleine Wäldchen nach Görike. Die Dörfer entlang des Weges sind klein und bieten keine Einkehrmöglichkeit, so dass du dich vorab in Kyritz, gut mit Wasser und einer kleinen Mahlzeit versorgen solltest.

5.Etappe Görike – Bad Wilsnack 22 km

Von Görike wanderst du nach Söllenthin, dem nächsten typisch brandenburgischen Weiler. Auch hier lohnt der Besuch der Kirche, die mit besonders lebhaften Darstellungen auf dem Kreuzigungsaltar beeindruckt. Weiter gehst du auf einer einsamen, kurvigen Landstraße sowie einer Eichenallee nach Klein Leppin und Groß Leppin.
Kurz darauf stehst du vor einer der größten Wasserburgen Norddeutschlands, der einsam gelegenen Plattenburg. 1319 das erste Mal urkundlich erwähnt, ist sie damit die älteste erhaltene Wasserburg in Norddeutschland. Als Sommersitz der Bischöfe von Havelburg, bis zur Reformation, wurde sie aus Pilgereinnahmen prächtig ausgebaut. Später diente sie als Sitz der Familie von Saldern. Heute ist die höchst sehenswerte Burg in den Monaten von März bis Oktober zu besichtigen. Im angeschlossenen Restaurant und Hotel kannst du einkehren und sogar übernachten.

Nach dem Rundgang pilgerst du über einige Felder und durch ein zusammenhängendes Waldstück nach Bad Wilsnack, jenem Ort, an dem die Wunderbluthostien im 14. Jahrhundert gefunden wurden. Dieser Fund machte Wilsnack zeitweise zum bedeutendsten Wallfahrtsziel Nordeuropas. Das Stadtbild Bad Wilsnacks ist geprägt von der Wunderblutkirche an der Großen Straße. Hier befinden sich auch das Alte Rathaus, ein Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert, sowie das Neue Rathaus von 1865. 

6.Etappe Bad Wilsnack – Havelberg 24 km

Heute pilgerst du in südlicher Richtung. Gegenüber dem großen Südportal der Wunderblutkirche wanderst du durch ein kleines Wohngebiet und gelangst in eine Kastanienallee, die durch Felder und über zahlreiche Gräben ins nahe Legde führt. Über Weiter pilgerst du nach Lennewitz und Quitzöbel bis zu den Elbauen.

Bei Eichen und Kiefern vorbei, gelangst du hinunter zur Havel, querst sie und läufst auf ihrem Deich entlang. Gänse, Silberreiher, Hasen und Rotwild bevölkern das Feuchtgebiet, und am Horizont ragt der Turm des Havelberger Doms, deinem Etappenziel, in die Höhe. Schon vor der vorletzten Jahrtausendwende wurde Havelberg als Bistum von Kaiser Otto I. eingesetzt. Der Dom St. Marien, vor allem sein Turm, ist schon von Weitem sichtbar. Neben dem Dom ist auch die Stadtkirche St. Laurentius und das fast vollständig erhaltene Kloster, das heute unter anderem das Prignitz-Museum enthält, eine Besichtigung wert

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7.Etappe Havelberg-Hohenberg – Krusemark 33 km

Über Kopfsteinpflaster und anschließend durch eine Pappel- und eine Eichenallee, verlässt du Havelberg nach Westen in Richtung Elbufer. Die ganzjährig betriebene Gierfähre über die Elbe ist mindestens seit 1472 in Betrieb. Auf der anderen Uferseite angelangt, kommst du zuerst nach Räbel, um danach in nördlicher Richtung nach Werben. 

Du kannst Werben auch aussparen und über den Deichweg in das Naturschutzgebiet „Alte Elbe“ wandern. Weiter bleibst du immer in der Nähe der Elbe, bis du Osterholz erreichst, wo du nach rechts in Richtung Schwarzholz und Hohenberg-Krusemark abbiegst.

8.Etappe Hohenberg-Krusemark – Tangermünde 27 km

Auf der letzten Etappe des Pilgerwegs führt dich der Weg in südöstlicher Richtung nach Arneburg an die Elbe zurück. Du folgst dem Strom bis nach Tangermünde. Arneburg zählt zu den ältesten Städten der Altmark. Die Mauerreste sowie die Stadtkirche und die Ruinen auf dem Burgberg zeugen von der Vergangenheit. Nun wanderst du parallel am Flussufer durch Billberge, Storkau und Hämerten nach Tangermünde.
Hier endet der Weg mit einem letzten Höhepunkt, der Sankt-Stephanskirche. Die gesamte Ausstrahlung der Kirche ist bemerkenswert. Für dich als Pilger, ist besonders die große Jakobusfigur interessant, die im südlichen Chorgang zu finden ist. Seine Burg und viele Wohnhäuser hat das im Dreißigjährigen Krieg hart umkämpfte Tangermünde schon damals verloren, aber die Salzkirche, die St. Nikolaikirche und das Rathaus stehen noch in ganzer Pracht. Aber auch von dem Kloster, der Burganlage und den Befestigungen ist noch genug erhalten, um erahnen zu können, wie schön und bedeutend Tangermünde einst war.