Auf dem Weg im Rollstuhl

Babetts Reisebericht 2012

Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!

546318_182325485237978_1814352913_n

Der Jakobsweg ist für Menschen im Rollstuhl längst nicht unmöglich. Ganz im Gegenteil! Er eröffnet,völlig frei von Raum und Zeit, die Möglichkeit Grenzen zu erfahren und diese trotz so mancher Unebenheit, welche die Natur mit sich bringt, bewältigen zu können. Das Ziel Santiago zu erreichen, entschädigt für alle Schmerzen und Mühen.

Wenn man sich dazu entschliesst eine Pilgerreise anzutreten, sollte man mental gut darauf vorbereitet sein. Denn so lassen sich viele Dinge, welche sich ganz einfach auf dem Weg ergeben, fast wie von selbst bewältigen.

Auch bei grösster Anstrengung findet sich dennoch immer wieder Zeit, eine wunderschöne abwechslungsreiche Landschaft zu geniessen, welche immer wieder von Wäldern, Bergen, Flüssen und idyllischen kleinen Dörfern durchzogen wird.

Trotz aller Schönheit des Weges, wären doch so einige Passagen mit dem Rollstuhl ohne die Hilfe zahlreicher lieber Mitpilger einfach nicht zu überwinden gewesen. Alles was man für und auf dem Weg benötigt, ergibt sich einfach. Nicht zu glauben, aber wahr. Ansonsten hätten wir keine 110 km – von Sarria bis Santiago de Compostela – bewältigt.

Hat man dann das ersehnte Ziel Santiago erreicht, sollte man unbedingt die Kathedrale besichtigen. Auch die Messe in der Kathedrale ist ein Erlebnis, welche in Erinnerung bleibt. Zum Entspannen oder um einfach den Tag ausklingen zu lassen empfiehlt es sich, eines der vielen gemütlichen Cafés und Restaurants in Santiago zu besuchen.

Auch wenn Santiago de Compostela für die meisten Pilger das Ende einer unbeschreiblichen Zeit und Reise bedeutet, wollte ich als schönen Abschluss meiner Reise weiter ans Kap Finisterre. Hat man das Kap erreicht, erreicht man somit den letzten Meilenstein des Weges und es bietet sich ein wunderschöner Ausblick, welcher einfach alles vergessen lässt.

Wenn man möchte, ist also fast alles möglich. Selbst mit körperlichem Handicap ist eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg machbar, auch wenn dieser nicht barrierefrei ist. Es war einfach ein unbeschreibliches Erlebnis, welches vielen ermöglicht werden sollte und immer in Erinnerung bleiben wird.

Eure Babett!

  • Großartig. Danke für diese Inspiration dazu, was alles möglich ist!

  • Gerda Sehr

    Gratulation! Ich bin diesen Weg letztes Jahr im Mai/Juni gegangen! Er ist schon für einen „gesunden“ Menschen sehr anstrengend und dann erst mit einem Rollstuhl! Alle Achtung!

    • babett

      Dankeschön, aber man sollte bitte bedenken ich hätte dem Weg niemals „allein“ aus eigener Kraft bewältigen können. Ich wurde die ganzen Kilometer begleitet und geschoben. Daher verdient meine Begleitung ebenso Hochachtung.

  • Felicitas

    Großartig! Ich habe das gleich an einen Mitpilger weitergeleitet, der ein paar Monate nach seinem Jakobsweg von den Pyrenäen bis nach Santiago einen Unfall hatte und seitdem im Rollstuhl sitzt!!! Ich bin begeistert! Hochachtung!

    • Edith

      das zu lesen tut dieser Person sicher gut; ich ging letztes Jahr knappe 900 km und heuer hatte ich OP’s und und und ….. ich versuche nur mehr im HIER und JETZT zu leben…

  • Ralph

    Im Jahr 2010 war ich zum ersten Mal auf dem Weg mit Fahrrad und kleinen Problemen wie einem Bänderriss am linken Fuß in der wunderschönen Stadt Logrono.
    Dann mal wieder die letzten 100 Km von Sarria im Jahr 2011 und nach Ostern 2013, aber nur einige Kilometer.
    Wenn ich im nächsten Jahr wieder fit bin – dank Gott- mach ich wieder eine Wanderung.
    Es stimmt der Weg ist das Ziel
    Saludos a todos
    Ralph

  • Kerstin Steiger

    Wow!!! Super Leistung!!!

  • Edith

    mehr als ein suuuuuper kann ich nicht sagen; bist ein besonderer Mensch, gratuliere – meine Hochachtung!!!!!

  • christin

    Es ist immer wieder erstaunlich wie viel dieser Weg zurück gibt. Es war wirklich sehr, sehr, sehr anstrengend. Teilweise waren wir 5 Pilger die den Rollstuhl den Berg hinaufgetragen haben. Aber wir haben uns nicht aufhalten lassen. Auch nicht von einem Fluss.
    https://www.facebook.com/photo.php?v=531626083529713&set=vb.100000469774212&type=2&theater

  • Hallo Babett!

    Ich gratuliere dir zu dieser Leistung!

    Ich kenne die Strecke, als normaler Fußpilger – sie ist nicht ganz ohne Schwierigkeiten, auch für Menschen mit gesunden Füßen.

    Ich darf dich einladen – ich bin einer der Admins einer FB-Gruppe über den Caminho Portuguese. Die Gruppe wird von Anne Chantal geleitet, die vor kurzem die Pilgerfahrt von Porto nach Santiago per Rollstuhl zurückgelegt hat. Einer ihrer Träume ist es, auch den CF per Rollstuhl zurückzulegen, ein anderer Traum ist, ein Verzeichnis rollstuhlgerechter Herbergen am Weg zu erstellen – und auch die Herbergenbetreiber auf die für Nicht-RollstuhlfahrerInnen oft nicht erkennbaren Probleme der RollipilotInnen hinzuweisen. Für den portugiesischen Weg haben wir schon einiges Material, für den französischen Weg noch kaum etwas. Ich lade dich jedenfalls herzlich in unsere FB-Gruppe ein, du wärst ein großer Gewinn für uns, wenn du mitmachst!
    https://www.facebook.com/groups/543931208957739/

    Herzliche Grüße, und alles Gute!

    Paul :-)

    • christin
      • Christin, hier auf jakobsweg.de werde ich bald ein Jakobsweg-Wiki einbauen, also eine Info-Sammlung, an der alle mitschreiben können. Da können wir dann in erster Linie Übernachtungs-Info sammeln. Das ist vermutlich ein geeigneter Ort für eine solche Liste, die dann von allen komplettiert und aktualisiert wird.

        • Ich bin dabei!!!
          P.S.: Informativ ist eure Seite ja schon seit Jahren, aber jetzt ist sie optisch genial und interaktiv! Super und macht Spaß!!!!

          • Ich gerne auch!

            Christine, darf ich den Link mit den barrierefreien Herbergen in der CP-Gruppe posten?

            Ich weiß, der CF ist nicht der CP, aber die Rollis rollen doch immer mehr herum in der Welt – und ich find’s gut so!
            Paul :-)

          • Na klar kannst du den Link posten!

    • Petra Otto

      Ich würde auch gern diesen Weg per Rollstuhl meistern, aber leider habe ich keinen Begleiter. Gibt es Jemanden, der mich mit auf die Reise nehmen würde? Ich wäre sehr dankbar.

      • Alex

        Hallo Petra, willst du den ganzen Camino oder nur einen Teil?
        Gruß Alex

  • Katja

    Liebe Babett!
    Ja! Der Camino eröffnet frei von Raum und Zeit, die Möglichkeit Grenzen zu erfahren und diese zu überwinden, wie du schreibst. Wie schön, dass du den Mut hattest ihn „zu gehen“! Toll -meine Bewunderung ist dir gewiss – und dein Bericht motiviert ganz sicher andere Menschen. Ganz toll!

    • Babett

      Hallo Katja,
      es ist wirklich schön solche lieben Zeilen zu lesen.
      Trotz aller Anstrengung hat es unglaublich viel Spass gemacht.

  • Helga Seitz

    Hallo Babett!! Ich finde es einfach nur toll, du hast “ Großartiges Geschafft „, mehr Worte braucht es da nicht. Ich bin die Strecke zu Fuß gelaufen und finde es einfach traumhaft, wie du Deinen WEG gefunden hast………Es kommt niemals ein Pilger nach Hause, ohne ein Vorurteil weniger und eine neue Idee mehr zu haben……..Weiter hin immer einen guten Weg. Buen Camino

    • Babett

      Dir auch **Buen Camino***
      Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang.

  • Corinne Heimgartner

    Ich finde das ein toller Bericht und er zeigt, dass man sich niemals behindern lassen sollte. Der Mut das zu wagen ist bewundernswert!

    • Babett

      Dankeschön und Alles Liebe für dich.

  • barbara lorke

    hallo babett, dein bericht ist toll und ich bewundere dich, ich selbst war in diesen jahr 14 tage auf den jacobsweg er ist teilweisre sehr anstrengend, alle achtung gruss barbara

  • Pascal

    BRAVO!
    Hut ab.
    Habe einen Blinden im Jahr 2012 auf den Teilstücken von Einsideln – Brienz, Schwarzenburg Fribourg- Romont, Lausanne-Genf und dann wieder von Saint-Jean-Pied-de-Port bis Pamplona. Ab San Marcos bis zum Kap Finisterre. Er machte den ganzen Camino ab St. Gallen mit verschiedenen Begleitern. Auf den Strecken durch durch die schweiz war neben jeweils einem Begleiter auch sein Hund dabei. Ab Genf waren jeweils pro Etappe ein Begleiter dabei. Ab San Marcos bis Kap Finisterre waren dann wieder alle Begleiter (Total 15 Personen) inklusive dem Blindenhund dabei. Übernachtet wurde auf dem ganzen Caimino immer (wenn möglich) in Hotels oder Privaten Unterkünften (Wegen Stockbetten).
    Die Begleiter haten immer eine Notfallabotheke dabei. Der Blinde Stürzte an keinem einzigen Tag, Bei den Begleitern gab es ab und zu kratzwunden weil sie beim Helfen auch mal ins gestrüpp mussten oder mal ein ast übersahen. Ich möchte aber nicht unterlassen allen Pilgern und den Fremden Danken für das Helfen zu bedanken. Vorallem möchte ich dem Pfarrer aus der nähe von Santiage de Comostela bedanken der für die 14 Personen von Santiago de Compostela bis Kap Finisterre den Transport Camino – übernachtungsort – Camino organiesierte und uns dann noch eine rückfahrt mit eigenem Bus bis nach Barcelona organiesierte. Konnten erst unterwegs geplannt werden.

    Denn Pilgerweg mit einem Blinden ist schon hart (Hat sein Rucksack immer selber getragen), ABER MIT ROLLSTUHL EXTREM HART!
    Darum nochmals ein grosses Bravo.

    Gruss aus der Schweiz
    Pascal

  • Manuel

    Hallo Babett,
    also ich habe wirklich sehr großen Respekt vor dir! Ich glaube, ich würde das im Rollstuhl nicht hinkriegen!
    Viele Grüße!